Über uns



Das Projekt „Kultur trotzt Demenz“

Warum wir mit Senioren ins Museum gehen

2015 begann ich, Simone Weiss (Dipl. Sozialarbeiterin/Dipl. Sozialpädagogin), mit der TimeSlips-Methode zu arbeiten. Dabei geht es um kreatives Geschichtenerfinden und -erzählen, um freie Assoziationen vor einem Bild. TimeSlips, zu deutsch: „Zeitschnipsel“, ist 1998 von der amerikanischen Kulturantropologin Ph.D. Anne Basting entwickelt worden. Sie hat diese Methode speziell für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen bzw. Demenz konzipiert.

Zusammen mit der Erzieherin und Heilpädagogin Regina Schultz sammelte ich Erfahrungen mit zwei verschiedenen Zielgruppen: a) Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und b) Menschen mit kognitiven Einschränkungen durch Demenz. Wir führten unsere Projekte in Wolfsburg und Braunschweig durch.

Vanessa Manzei, eine ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen am Gerontologischen Institut und am Kunsthaus Zürich, begleitete unsere ersten Praxiserfahrungen vor allem in Wolfsburg. Beide Projekte in Wolfsburg und in Braunschwieg liefen so erfolgreich und aktivierend für alle an, dass wir ab Januar 2017 ein gemeinsames Projekt mit dem Herzog-Anton Ulrich Museum in Braunschweig begannen.

Unterstützung für TimeSlips bekamen wir durch Studierende der Ostfalia-Hochschule für Angewandte Wissenschaften Fakultät Soziale Arbeitet aus Wolfenbüttel. Hier arbeitete ich als hauptamtlich Lehrende Sozialarbeiterin von 2011–2016 und lernte dort Prof. Dr. Karin Wilkening kennen. Sie bildete uns in der in der Methode der Aufgeweckten Kunstgeschichten angelehnt an dieTimeSlips-Methode im Juni 2015 in Neuerkerode aus.
Die Zusammenarbeit konnte durch drei neue Partner erweitert werden: die Evangelische Stiftung Neuerkerode, die dortige Fachschule für Heilerziehungspflege sowie die Helene-Engelbrecht-Schule in Braunschweig – eine Fachschule u.a. für Altenpflege. Die wunderbare lichtdurchflutete und neu konzeptionierte Gemäldegalerie mit ihren unschätzbaren Werken lud uns ein. Unsere Ergebnisse konnten wir mit Unterstützung der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz in einem Buch dokumentieren: „TimeSlips und Biografiearbeit: Aufgeweckte Kunstgeschichten“.

In der Folge stießen Ingrid Himstädt und Gabriele Lebzien zum Projekt hinzu. Wir entwickelten die TimeSlips-Methode weiter und nennen unsere Arbeit nun „Kultur trotzt Demenz“. Seither haben wir etliche Projekte mit unterschiedlichen Partner durchgeführt.

Im Alltag dementiell Erkrankter wird der Fokus meist auf das gelegt, was nicht mehr so gut gelingt. Bei "Kultur trotzt Demenz" ist es anders herum: Die Teilnehmer werden gefragt, was sie zu sagen haben, ihre Erfahrungen fließen ein, sie können sie an die nächste Generation weitergeben. Und sie staunen, welches Wissen in ihnen schlummert, das normalerweise nicht abgerufen wird.

Das ist genau das, was Anne Basting sagt: Wenn wir diesen Menschen eine neue soziale Rolle in der Gesellschaft geben, nämlich die der Geschichtenerzähler, der Storyteller, dann erfahren wir dieses Glück. Wer die Teilnehmer so erlebt hat, stolz, erfüllt, wissbegierig, kreativ, lustig, der möchte nichts anderes tun, als weitermachen. Wie heißt es so schön: "Denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück."

Unser Team


Auszeichnungen

Unser Projekt hat verschiedene Preise und Förderungen erhalten

2017 Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz
2017 Ev. Stiftung Neukerkerode
2017 Rotary-Hanse-Förderpreis des Rotary-Clubs "Braunschweig-Hanse"
2020 Bürgerstiftung Braunschweig

Auf gute Zusammenarbeit

Wir wünschen uns, dass sich die Methoden der kreativen Bildbetrachtung und Biografiearbeit für Menschen mit Beeinträchtigungen weiter verbreiten. Deshalb freuen wir uns über Ihr Interesse an unserer Arbeit.


+49 (0) 5307 95 15 50


E-Mail: info@kultur-trotzt-demenz.de